Dr. med. Jens Christian Krause
Kinder- und Jugendmedizin

Ich wurde bei Ihnen geimpft. Können Sie mir ein EU COVID-19 Impfzertifikat ausstellen?
Ja, können wir. Kommen Sie einfach zu den Sprechstundenzeiten bei uns vorbei. Sie können das Zertifikat gleich mitnehmen.

Führen Sie in Ihrer Praxis auch Impfungen gegen SARS-CoV-2 durch?
Wir impfen seit April 2021 gegen SARS-CoV-2 in unserer Praxis mit Comirnaty (BioNTech) sowohl Jugendliche (BioNTech ist ab 12 Jahren zugelassen), als auch deren Eltern und Großeltern. Die Online-Terminvergabe mit CLICKDOC haben wir aufgrund technischer Probleme beendet. Bitte rufen Sie uns für Termine an. Kinder vor dem 12. Geburtstag können wir nicht impfen, da es momentan keinen zugelassenen Impfstoff vor dem 12. Geburtstag gibt. Wir impfen grundsätzlich nicht außerhalb der Zulassung, auch nicht ausnahmsweise.

Wie stehen Sie zu einer Impfung gegen SARS-CoV-2 in der Stillzeit?
Ich stimme mit der STIKO überein, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit höchstwahrscheinlich kein Risiko für das gestillte Kind darstellt, und habe schon eine Reihe von stillenden Müttern in meiner Praxis geimpft. Gerade für die Mütter finde ich es auch aus psychischen Gründen sehr wichtig, wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, und sich nicht mit dem Nachwuchs aus Angst vor einer COVID-19-Erkrankung in der eigenen Wohnung zu verbarrikadieren. Hin und wieder werde ich gefragt, ob über das Stillen nach der Impfung der Mutter vielleicht sogar auch schützende Antikörper auf das Kind übergehen können. Bei der Impfung während der Schwangerschaft werden IgG-Antikörper über die Plazenta an das Kind weitergegeben, bei der Impfung während der Stillzeit IgA-Schleimhautantikörper. Ob letztere einen großen Schutzeffekt gegen SARS-CoV-2 für den Säugling bedeuten, ist nicht klar, zumal schwere COVID-19-Verläufe bei Säuglingen ohnehin extrem selten sind.

Was hat sich an der Praxisorganisation seit dem COVID-19-Ausbruch geändert?
Einige dieser Praxisregeln hatten wir auch schon vor COVID-19 etabliert:

Stellen Sie ein Attest aus, damit mein Kind keinen Mund-Nasenschutz benutzen muss?
Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg schreibt: "Aus der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg geht hervor, dass eine Ausnahme von der Maskenpflicht besteht, wenn das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung aus medizinischen Gründen unzumutbar ist. Da die Pflicht zum Tragen der Masken aus einer Rechtsverordnung des Landes resultiert, kann der Arzt keine Befreiung von dieser Pflicht aussprechen. Allerdings ist es möglich, dass der Arzt dem Patienten attestiert, dass ihm aus medizinischen Gründen das Tragen einer Maske im Sinne der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg unzumutbar ist." Für fast alle Schulkinder erscheint uns das Tragen eines Mund-Nasenschutzes zumutbar. Dies gilt auch für fast alle Kinder mit Heuschnupfen oder Asthma. Solche Atteste halten wir nur für Kinder und Jugendliche mit ausgeprägten Entwicklungsstörungen, bei denen das Kind oder der Jugendliche kognitiv nicht in der Lage ist, den Mund-Nasenschutz zu tragen, für sinnvoll.

Muss ich lange im Wartezimmer sitzen?
Wir trennen unsere Sprechstunde in Termin- und Akutsprechstunde. Dadurch versprechen wir uns, die Wartezeiten für alle Patienten zu reduzieren und Kontakte zu Mitpatienten zu vermeiden. Wir bestellen weniger Patienten ein und planen vorausschauend. Auch vor diesem Hintergrund bitten wir Sie dringend um Pünktlichkeit und darum, uns rechtzeitig zu kontaktieren, wenn Sie einen Termin nicht wahrnehmen können.

Kann ich mein Kind bei Ihnen auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 testen lassen?
Wir sind keine Corona-Schwerpunktpraxis und können nicht ganze Familien durchtesten. Wenn wir Kinder und Jugendliche in der Akutsprechstunde mit Verdacht auf SARS-CoV-2-Infektion sehen, können wir aber bei diesen Kindern und Jugendlichen eine PCR-Diagnostik durchführen. Bei Kindern und Jugendlichen mit Krankheitssymptomen können wir momentan aber in unserer Praxis keine Schnelltests (PoC-Antigen-Tests) zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen durchführen. Reiserückkehrer und Reisende testen wir nicht.

Wann darf mein Kind mit einer Atemwegserkrankung wieder in die Schule/in den Kindergarten?
Von kinderärztlicher Seite sollte das Kind oder der Jugendliche mindestens 24 Stunden fieberfrei sein. Ein Kind, was Schnupfen oder Husten hat, sollte nicht vom Kindergarten- oder Schulbesuch ausgeschlossen werden, sofern nicht der begründete Verdacht für eine SARS-CoV-2-Infektion besteht. Atteste zur Wiederzulassung in Kindergarten oder Schule nach Atemwegsinfektion stellen wir nicht aus.

Können Sie uns eine Bescheinigung für die Extra-Kinderkrankentage ausstellen?
Voraussetzung für die Inanspruchnahme der zusätzlichen Kinderkrankentage ist, dass es im Haushalt keine andere Person gibt, die das Kind betreuen kann. Um den Anspruch geltend zu machen, reicht eine Bescheinigung der Kita oder der Schule aus, die bei der Krankenkasse eingereicht werden muss. Wir können nur Bescheinigungen für Kinderkrankentagegeld ausstellen, wenn Ihr Kind tatsächlich krank ist.

Können Sie bei uns einen Bluttest auf eine durchgemachte SARS-CoV-2-Infektion durchführen?
Die Qualität verschiedener kommerzieller Antikörper-Tests scheint durchwachsen zu sein. Ich sehe die besseren Tests als hilfreich für Studien an (wie hoch ist die Durchseuchung in einer Bevölkerungsgruppe?). Die Tests können aber nicht als Grundlage für individuelle Entscheidungen stehen (darf ich Menschen mit Vorerkankungen wieder besuchen? brauche ich nach durchgemachter COVID-Infektion trotzdem eine Impfung?). Wenn ich Antikörper gegen SARS-CoV-2 habe, sind die dann auch neutralisierend (kann man nur mit Neutralisations-Tests prüfen, die in Forschungslaboren durchgeführt werden)? Können die also dann auch bei erneutem Kontakt mit SARS-CoV-2 vor dem Virus schützen? Und wie lange hält die Immunität an? Unser Labor bietet einen Antikörpertest auf SARS-CoV-2-IgG an, der frühestens 3 Wochen nach vermutetem Erkrankungsbeginn aus peripherem Venenblut durchgeführt werden kann. Dieser Test kann nicht auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Wir bieten diesen Test nicht als IGeL-Leistung für die gesetzlich Krankenversicherten an.

Würden Sie sich selber gegen SARS-CoV-2 impfen lassen?
Ich habe Mitte Februar die Zweitimpfung des BioNTech-Impfstoffs Comirnaty erhalten und gut vertragen. Der Impfarm tat ein bisschen weh, und ich hatte Allgemeinsymptome, vor allem Gliederschmerzen, mehr nach der zweiten als nach der ersten Impfung./p>

Gibt es Besonderheiten zu Asthma bronchiale bei COVID-19 zu beachten?
Die Verneblung von Medikamenten wie Salbutamol erhöht den Eintrag von Viren in die unteren Atemwege. Außerdem entstehen bei der Feuchtinhalation Aerosole, die bei Infektion mit SARS-CoV-2 andere Menschen gefährden. Deswegen sollten Kinder und Jugendliche vorzugsweise trocken inhalieren (Abrams EM, Szeffler SJ. J Peds 2020). Auf Feuchtinhalationen verzichten wir in unserer Praxis aufgrund der COVID-19-Situation. Einige unserer Patienten auch ohne Asthma bronchiale inhalieren bei Atemwegsinfekten gerne mit Kochsalzlösung; auch davon raten wir in der gegenwärtigen Situation aus oben genanntem Grund ab.

Was mache ich mit meinen Kindern während der Corona-Krise?
Ich habe in dieser Krise mit vielen Familien gesprochen, für die es alle unterschiedlich schwierig ist. Wenn man kleine Kinder hat, ist ein eigener Garten eine große Hilfe. Das Home Schooling gelingt insbesondere im Grundschulalter meist nur mit viel elterlicher Hilfe. Grundsätzlich sollte man, auch wenn Kindergärten und Schulen geschlossen haben, den Tag-Nacht-Rhythmus weitestgehend beibehalten und täglich zur gleichen Zeit aufstehen. Auch wenn viele Sportmöglichkeiten momentan nicht und nur eingeschränkt möglich sind, sind Licht und Bewegung an der frischen Luft wie Laufen und Radfahren für Körper und Geist weiter sehr wichtig. Einige meiner Patienten haben Essstörungen während der Pandemie entwickelt und viel Gewicht zugenommen. Gerade wenn man den überwiegenden Teil des Tages zu Hause verbringt, sollten die Ernährungsangebote gesund sein. Natürlich empfehle ich einen altersentsprechenden Medienkonsum. Wenn der Sechsjährige mal vor dem Kinderkanal mit einem altersentsprechenden Medienangebot geparkt wird, während man mit der Achtjährigen die Schulaufgaben durchgeht, muss man sich aber deswegen nicht schlecht fühlen. Auch wenn ein Teenager in virtuelle Welten flüchtet, muss das nicht dysfunktional sein, solange die Beziehungen in der Familie und zur Schule nicht darunter leiden.

Stand: 22. September 2021